Ist Seidenbettwäsche wirklich besser für Haut und Haare?

Ist Seidenbettwäsche besser für Haut und Haare?

Seidenbettwäsche, die Zauberwaffe für eine schöne Haut und gesund aussehendes Haar – in vielen Mode- & Beauty-Zeitschriften liest man davon immer wieder. Doch sind die Vorteile von Seide wirklich so groß, dass sich die Anschaffung einer teuren Seitenbettwäsche lohnt?

Für die Gesundheit von Haut und Haaren hat Seide tatsächlich einige Vorteile, jedoch teilt sie viele davon mit anderen Naturfasern pflanzlichen Ursprungs, die deutlich erschwinglicher sind. Wir schauen uns im Folgenden einmal an, in welchen Bereichen Seide mit ihren individuellen Eigenschaften ganz vorn liegt.

Seide – ein glattes und glänzendes Naturmaterial

Das wohl markanteste Merkmal von Seidenstoffen ist eine glatte und glänzende Oberfläche. Damit hat das Material vielen natürlichen Stoffen wie Baumwolle, Leinen, Lyocell oder Tierwolle eine positive Eigenschaft voraus, denn glatte Fasern bedeuten weniger Reibung auf Haut und Haaren und weniger Partikel, die sich aus den Stoffen lösen können.

Durch die verminderte Reibung bilden sich in den Haaren weniger Knoten und Frizz, was besonders für Menschen mit lockigem oder krausem Haar vorteilhaft sein kann, aber auch für all jene, die sich nachts einfach häufig von links nach rechts drehen und morgens mit der obligatorischen „miesen Frise“ aufwachen.

Seide ist eine natürliche Proteinfaser, die von Seidenraupen produziert wird. Erst unter einem Mikroskop betrachtet wird deutlich, wie glatt und dicht Seidenfasern gegenüber anderen Naturfasern sind. Entsprechend produzieren diese Fasern so gut wie keinen Staub und ziehen auch kaum Staubpartikel aus der Umgebung an, die daran haften bleiben können. Das macht Seidenbettwäsche zu einer guten Wahl für Hausstauballergiker und Asthmatiker, die dichte Struktur von Seidenfasern macht es für Staubmilben tatsächlich schwieriger, sich darauf festzusetzen. Zuletzt enthält Seide natürliche Substanzen wie Sericin, dabei handelt es sich um ein Protein, welches als Kittsubstanz in der Seide vorkommt. Sericin werden zusätzlich Eigenschaften zugeschrieben, die Seide weniger anfällig für das Wachstum von allergieauslösenden Mikroorganismen macht.

Seide entzieht Haut & Haaren weniger Öle und Feuchtigkeit

Im Vergleich zu den poröseren Fasern von Baumwolle oder Leinen ist die glatte Seide weniger saugfähig. In Bezug auf Haut und Haare wird diese Eigenschaft oft als Vorteil hervorgehoben, da eine Seidenbettwäsche Haut & Haaren weniger Öle und Feuchtigkeit entziehen kann, auch Pflegeprodukte bleiben besser auf der Haut. Aus diesem Grund wird Seidenbettwäsche auch häufig als hygienische Wahl für Menschen mit Akne beschrieben.

Ob es so viel hygienischer ist, wenn Feuchtigkeit und Fette während des Schlafs nicht vom Körper weggeleitet werden, müsst ihr für euch selbst entscheiden. Schließlich verlieren wir jede Nacht mindestens 500 ml Flüssigkeit in Form von Wasserdampf, der auch viele Salze enthält. Schlaf ist nämlich kein Zustand vollkommener Inaktivität, in unserem Körper, insbesondere auch in der Haut finden während dieser Zeit wichtige Reparatur- und Regenerationsprozesse statt. Unsere Haut erneuert sich, Schadstoffe werden abgebaut und die Hautbarriere wird gestärkt – so kommt während der Stunden im Bett einiges an Lipiden und Wasserdampf hinzu. Für eine Haut, die von Natur aus stark fettet, kann ein Kopfkissenbezug aus Seide daher auch kontraproduktiv sein, während er trockener und empfindlicher Haut helfen kann, wichtige Aufbauprozess zu stärken.
Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, was mit unserer Haut passiert, während wir schlafen und wie ihr die Hautregeneration während der Nacht bestmöglich unterstützten könnt, werft gerne einen Blick in unseren ausführlichen Artikel speziell zum Thema Hautgesundheit & Schlafqualität.

Es kommt auf die Gesamtkomposition eurer Bett-Textilien an

Besonders im Sommer hat Seidenbettwäsche aufgrund ihrer glatten Oberfläche im ersten Moment zwar eine kühle Haptik, reine Seidenstoffe sind jedoch deutlich weniger saugfähig und atmungsaktiv als Baumwolle oder Leinen. Der kühlende Effekt, den Seidenbettwäsche im Sommer angeblich haben soll, ist aus textiltechnischer Sicht daher etwas zu differenzieren: Zwar hat unser Schweiß ja die Aufgabe, unseren Körper zu kühlen und so kann es bei Seidenkleidung im Sommer als angenehm empfunden werden, wenn das Material nicht die gesamte Feuchtigkeit von unserer Haut wegnimmt, während durch Bewegung eine gewissen Luftzirkulation herrscht. Gerade in der Kombination mit Baumwolle ergibt Seide daher ein ideales Mischgewebe für Sommerkleidung.

Bei einer Bettwäsche aus reiner Seide, unter der wir mehrere Stunden, bei wenig Luftzirkulation, kann es jedoch unangenehm feucht werden. Denn obwohl auch Seide Feuchtigkeit absorbieren kann, benötigt sie länger zum Trocknen als Baumwolle. Für Personen, die stark schwitzen, ist Seidenbettwäsche daher eher nicht die ideale Wahl.

Damit eine Seidenbettwäsche ihre optimale Wirkung entfalten kann, kommt es entscheidend auf die Gesamtkomposition der Textilien in eurem Bett an. In Bezug auf die Beschaffenheit der Bettdecke bietet es sich bei der Nutzung von Seidenbettwäsche an besonderen Wert auf Atmungsaktivität zu legen. Ideal wäre hier beispielsweise eine Bettdecke mit einem Bezug aus reiner Baumwolle, welcher überschüssige Feuchtigkeit aus dem Seidenbezug schnell aufnehmen kann und sie vom Körper weg leitet. Dahinter wiederum eine Bettdeckenfüllung, die viel Luft in sich einschließt, um die Feuchtigkeit möglichst ungehindert in Richtung der Raumumgebung entweichen zu lassen. Mehr zum Thema atmungsaktive Materialkombinationen bei Bettdecken findet ihr in diesem Artikel.

Auch die passende Wärmestufe eurer Bettdecke ist entscheidend dafür, dass das Schlafklima mit einer Seidenbettwäsche angenehm ist und wir nicht ins Schwitzen geraten. Hier könnt ihr herausfinden, welche Wärmehaltung die richtige für euch ist.

Seidenbettwäsche ist schwer zu reinigen

Aus hygienischer Sicht hat das Thema Seidenbettwäsche jedoch einen Haken. Denn obwohl Seide von Natur aus antibakteriell ist, sammeln sich in unserem Bett viele Salze und Hautschuppen an, weshalb es empfehlenswert ist, Bettwäsche bei mindestens 40 Grad zu waschen. Seidenbettwäsche lässt sich jedoch kaum gründlich reinigen, ohne sie dabei zu beschädigen. Mehr als eine Feinwäsche bei 30 Grad ist nicht drin, auch Flecken lassen sich nur schwer entfernen. Wer im Sommer schon einmal Schweißflecken auf einem Seidenstoff hinterlassen hat, wird wissen: Auch nach dem Trocken von Flüssigkeiten bleiben unschöne Ränder auf dem Stoff zurück und das auch bei klarem Wasser. Beim Trocken nach einem Waschgang solltet ihr deshalb darauf achten, dass Seidenbettwäsche möglichst gleichmäßig trocken kann, um Ränder und Flecken zu vermeiden.

Baumwollsatin als pflegeleichte und hygienische Alternative zu Seide

Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle eine Alternative zur Seidenbettwäsche vorstellen: Wie glatt und fein ein Stoff ist, hängt nämlich in den meisten Fällen von seiner Webart ab und so kann auch eine Baumwollfaser einen ganz feinen, glatten und glänzenden Stoff bilden, wenn sie zu einem sogenannten Feinstsatin verarbeitet wurde. Zugegeben, ganz so glatt wie Seide ist Baumwolle auch dann noch nicht und auch die hypoallergenen Eigenschaften von Seide hat Baumwollsatin nicht. Trotzdem denkt man beim ersten Hinsehen keinesfalls an einen typischen Baumwollstoff, denn eine so glänzende und glatte Optik kennt man von der Pflanzenfaser sonst nicht. Baumwollsatin hat dieselben pflegeleichten Eigenschaften wie jeder Baumwollstoff, ihr könnt den Stoff heiß waschen, er ist saugfähig, atmungsaktiv und sehr strapazierfähig. Zwar ist ein feiner Baumwollsatin auch etwas teurer als „normale“ Baumwollstoffe – beispielsweise in Leinwandbindung – jedoch ist eine Bettwäsche aus Baumwollsatin damit noch immer um Längen günstiger als eine reine Seidenbettwäsche.

Noch ein Tipp:
Am Ende bleibt es also eine ganz persönliche Entscheidung, auf welche Eigenschaften ihr am meisten Wert legt, um euch im Bett wohlzufühlen und erholsam schlafen zu können. Wenn ihr herausfinden möchtet, ob ein Seidenbezug das Richtige für euch ist, fangt doch erst mal mit einem einzelnen Kopfkissenbezug an. Der ist nicht so teuer wie ein ganzes Bettwäsche-Set und ihr könnt ausprobieren, ob ihr das glatte Gefühl und den Feuchtigkeitstransport des Materials als angenehm empfindet.


Habt ihr bereits Erfahrungen mit Seidenbettwäsche gemacht und würdet ihr die Anschaffung empfehlen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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