Worauf sollte ich beim Kauf einer sicheren Babymatratze achten?

Worauf sollte ich beim Kauf einer sicheren Babymatratze achten?

2017 hat die Europäische Union die DIN EN 16890 verabschiedet. Sie regelt sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren von Matratzen für Kinderbetten und Krippen. „DIN“ steht dabei für Deutsche Industrie Norm und „EN“ für Europäische Norm, damit gilt sie auf deutscher wie auch europäischer Ebene gleichermaßen. Entstanden ist diese Norm aufgrund der Problematik, dass die medizinischen Ursachen für den plötzlichen Kindstod bis heute nicht umfassend geklärt sind. Der Norm liegen also zahlreiche Studien zugrunde, was Risiken dafür sein könnten. Dieser Risikokatalog gibt uns als Produzenten konkrete sicherheitstechnische Vorgaben und Prüfverfahren an die Hand, die dabei helfen, mögliche Gefährdungen auszuschließen.

DIN EN 16890 – Ein wichtiger Qualitätsindikator für die Sicherheit von Babymatratzen

Als erstes könnt ihr also danach Ausschau alten, welche Matratzenhersteller angeben, nach dem Standard DIN EN 16890 zu produzieren. Jedoch ist dies leider nur eine Norm und damit eben kein Gesetz oder Siegel, dessen Kennzeichnung an klare Regeln geknüpft ist. Zwar nehmen Verbraucherschutz, Stiftung Warentest & Co. die auf dem deutschen Markt befindlichen Babymatratzen seit Einführung dieser Norm nach den darin gemachten Vorgaben ganz genau unter die Lupe. Das offizielle Norm-Dokument ist jedoch weder kostenlos zugängig, noch ist es leicht zu verstehen. Sich als Endverbraucher selbst ein Bild davon zu verschaffen, ob eine Babymatratze alle in der DIN-Norm gemachten Vorgaben erfüllt, ist also gar nicht so einfach. Deshalb gehen wir in den folgenden Abschnitten im Schnelldurchlauf durch die vier wichtigsten Vorgaben der Norm und schauen gemeinsam, an welchen Kriterien ihr euch bei der Auswahl eurer Babymatratze orientieren könnt.

1. So könnt ihr chemische Gefährdungen in Babymatratzen ausschließen

Ein wichtiger Grundpfeiler, auf den die DIN EN 16890 schaut, sind chemische Gefährdungen, also Grenzwerte für Schadstoffe. Ein international anerkanntes Textilsiegel, welches euch die Gewissheit gibt, dass diese Vorgabe auch wirklich eingehalten wurden, ist Oeko-Tex. Der Standard 100 by Oeko-Tex ist das weltweit am weitesten verbreitete Kennzeichen für schadstoffgeprüfte Textilien.

Textilprodukte können nur dann zertifiziert werden, wenn sämtliche ihrer Bestandteile den geforderten Kriterien entsprechen. Die Anforderungen der Schadstoffprüfungen richten sich nach dem bestimmungsgemäßen Gebrauch eines Textilprodukts. Entsprechend unterscheidet der Standard 100 vier Produktklassen:

    I – Produkte für Babys und Kleinkinder (bis zu einem Alter von 36 Monaten)

    II – Produkte mit Hautkontakt

    III – Produkte ohne bzw. mit nur geringem Hautkontakt

    IV – Textile Ausstattungsmaterialien (z. B. Vorhänge, Tischdecken, Teppiche)

Um sicherzugehen, dass von eurer Babymatratzen keine chemischen Gefährdungen ausgehen und die Richtwerte der Norm eingehalten wurden, sollte der Öko Tex Standard 100, Klasse 1 am Produkt ausgewiesen sein.

✓ Grundsätzlich enthalten alle Materialien, welche an die Paradies GmbH geliefert werden, unabhängig ob Baby-, Kinder- oder Erwachsenenprodukte, den Öko Tex Standard 100, Klasse 1.

2. Babymatratzen dürfen keine langen Etiketten oder Schlaufen aufweisen

Laschen, Schlaufen, Fäden, Etiketten, die sich ablösen könnten oder Zipper, die abbrechen könnten – all dies stellt für die winzigen Fingerchen und Zehen eines Babys unnötige Gefahren dar. Deshalb solltet ihr darauf achten, dass die Matratze keine unnötigen Details aufweist. Dazu enthält die Norm genaue Vorgaben, wie lang Schnüre, Etiketten etc. sein dürfen. Mit genau definierten Schablonen, welche Körper und Gliedmaße simulieren, wird zudem getestet, wo etwas steckebleibt oder eingeklemmt werden könnte. Um mögliche Gefahren zu simulieren, heißt es dabei zum Beispiel „Der 60-mm-Kegel ist mit einer Kraft von 30 N zwischen die Matratzenteile zu drücken.“
Aus diesem Grund enthalten unsere Babymatratzen außer einem kleinen, fest angenähten Label ohne Schlaufe keinerlei Details oder „Anhängsel“. Um den Reißverschluss überhaupt öffnen zu können, wird ein separater Zipper-Anhänger mit einem Kunststoffherzchen mitgeliefert. Der kleine Haken kann bei Bedarf in den Schieber des Reißverschlusses eingefädelt und anschließend wieder gelöst werden – hat man den Anhänger verloren, kann der Reißverschluss aber auch einfach mit einem Stück Draht oder einer Büroklammer geöffnet werden.

Sicherheits-Reißverschluss an Babymatratze

3. Babymatratze und Bettgestell müssen genau zueinander passen

Die Passgenauigkeit der Matratze in das Bettgestell ist ein wichtiger Punkt, denn hierbei sind auch die Eltern gefragt, darauf zu achten, dass die Matze gut in das Bettgestell passt. Die Matratze darf laut DIN EN Norm innerhalb des Bettgestells nicht verschiebbar sein, sodass keine Hände und Füße oder gar der Kopf zwischen Bettende und Matratzenspalt eingeklemmt werden können. Die Toleranz erlaubt max. 3 cm Luft an Ober- & Unterseite zusammengerechnet. Deshalb darf der Bezug von Babymatratzen nach mehrmaligem Waschen auch nicht zu sehr einlaufen und alle Eigenschaften der Matratze werden auch nach mehrmaligem Gebrauch und vielen Waschgängen erneut getestet. Die Bettenhersteller können jedoch im Prinzip machen, was sie wollen. Natürlich halten sich seriöse Babybettenhersteller ebenfalls an diese Vorgaben und es sind Sanktionierungen durch den Verbraucherschutz möglich, wenn man dies nicht tut. Gerade bei der Bandbreite an Produkten, die im Internet aus dem Ausland bestellt werden können, kann es jedoch immer wieder zu Abweichungen kommen. Denn die DIN EN 16890 ist eben „nur“ eine Norm und kein europäisches Gesetz, welches die Einfuhr und den Verkauf von abweichenden Produkten verbieten würde. Bevor sich werdende Eltern also für die Anschaffung eines schicken Babybettchens entscheiden, sollte darauf geachtet werden, ob für das präferierte Modell auch eine Matratze verfügbar ist, die alle wichtigen Sicherheitsanforderungen erfüllt. Lasst euch dazu im Zweifelsfall am besten bei einem Fachhändler beraten, welche Kombinationen aus Bett und Matratze empfehlenswert sind.

Babymatratze muss genau ins Bettgestell passen

4. Der Kugel-Test zum Schutz vor CO2-Rückatmung

Sinkt der Kopf des Babys zu weit in die Matratze ein, kann sich das ausgeatmete CO2 in der entstandenen Kuhle sammeln, sodass das Kind schlimmstenfalls an der eigenen Atemluft ersticken kann. Die Festigkeit der Matratze ist daher ein wichtiger Faktor für die Sicherheit eures Babys. Dazu wurde im Rahmen der DIN EN 16890 ein Kugel-Test eingeführt, bei dem eine genau definierte Prüfschablone für die Bestimmung der Einsinktiefe zu nutzen ist. Die Kugel hat einen Durchmesser von 15 cm, ist 2,5 kg schwer und damit wohl sehr viel schwerer als der schwerste Baby-Kopf. Um den Test zu bestehen, darf die Kugel nicht in vollständigem Kontakt mit der Innenkante der Schablone sein. Der Schaum muss dazu so beschaffen sein, dass er auch nach einigen Stunden unter Druckeinwirkung und Körperwärme nicht nachgibt. Auch nach mehreren Jahren in Gebrauch muss die Matratze an allen Stellen noch so fest sein, dass sie diesen Test besteht. Unmittelbar nach Einfügung der Norm sind zunächst viele Matratzen durch diesen Test durchgefallen. Seit Stiftung Warentest und Verbraucherschutz die auf dem Markt befindlichen Modelle mit diesem Test regelmäßig genau unter die Lupe nehmen, ist die Durchfallquote zum jedoch stark gesunken und Babymatratzen sind im Allgemeinen sehr viel fester geworden. Gel-Auflagen zwischen Matratzenkern und Außenbezug gibt es nicht mehr und auch die Matratzenbezüge sind maximal luftdurchlässig.

Kugeltest zum Schutz vor CO2 Rückatmung

5. Babymatratzen müssen eine einfache Gebrauchsanweisung haben

Nach DIN EN 16890 ist jeder Babymatratze eine ausführliche Gebrauchsanweisung in der Amtssprache des Landes beizulegen, in dem die Matratze verkauft wird. In der Norm sind auch sieben Punkte definiert, welche in der Gebrauchsanweisung enthalten sein müssen.

✓ Da die Norm selbst für Endverbraucher jedoch nicht kostenlos zugängig ist, bekommt ihr mit unseren Baby- und Kindermatratzen ein ausführliches Heftchen mitgeliefert, welches mit einfachen Grafiken alle sicherheitsrelevanten Faktoren zusammenfasst. Dort findet ihr auch noch mal allgemeine Empfehlungen zur Raumtemperatur, der Luftfeuchtigkeit wie auch zum allgemeinen Aufbau der Schlafsituation.

Die ausführliche Gebrauchsanweisung könnt ihr hier herunterladen.

Weitere Hilfestellungen für die Auswahl einer sicheren Babymatratze

Auch wenn die DIN EN 16890 nur eine Norm ist und kein Gesetz werden Endverbraucher in Deutschland bei der Auswahl einer sicheren Babymatratze nicht ganz allein gelassen. Besonders die Stiftung Warentest stellt die Verarbeitung von Babymatratzen auf eine harte Probe, es werden zahlreiche Probewaschungen durchgeführt und viel Wert auf eine saubere Kennzeichnung und Beschreibung gelegt. Die Stiftung Warentest, aber auch Öko-Test und die Verbraucherzentrale nehmen sich die DIN EN 16890 in ihren Prüfverfahren als Leitfaden und lassen Endverbraucher wissen, wenn sich Modelle im Umlauf befinden, welche den hohen Sicherheitsanforderungen einer guten Babymatratze nicht gerecht werden. Unseren Testsieger aus dem letzten Babymatratzen-Test der Stiftung Warentest im Oktober 2021 findet ihr hier.

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